This following review is going to be in German. It is a review I wrote for a German class in High School. I am glad that I was able to find this again. Because it is so detailed, I am quite proud of it, to be honest. If anyone’s interested in me translating this to English, just leave a comment and I will do so shortly.

Narziß und Goldmund | Fiction / Classics / German Literature | 1930 | 304 pages

Hermann Hesse | 1877 – 1962 | German-Swiss | Nobel Prize Winner

For this post I have extracted the main parts that I thought were important, but there’s a lot more. Containing major spoilers. The whole PDF document can be found here: Narziß und Goldmund. For now, viel Spaß!


Narziß und Goldmund

Goldmund verlässt zu Beginn seinen geliebten Freund und kommt ganz und gar vom rechten Weg ab. Er wandert und liebt etliche Frauen. Die Pest, die durch das Land zieht, verstört ihn und ändert seine Sichtweise. Er wird zu einem Künstler und Bildhauer, dessen schönste Figur, eine Johannes-Statue ist, die die Züge des Freundes Narziß trägt. Aber auch bei Meister Niklaus hält es ihn nicht lange. Er ist getrieben von der Suche nach seiner Mutter, von der nur eine karge Erinnerung geblieben ist. Goldmund beginnt über das Leben und die Vergänglichkeit dessen zu philosophieren. Durch Zufall trifft er wieder auf Narziß, der ihn aus einer brenzligen Situation rettet. Obwohl er die erneute Nähe seines Vertrauten genießt, erliegt er dennoch der Versuchung wieder fortzugehen. Goldmund kehrt noch ein letztes Mal nach Mariabronn zurück, seine Erlebnisse berichtet er aber nur lückenhaft.

Die Handlung von Narziß und Goldmund spielt im Mittelalter. Die Reise Goldmunds beginnt im Kloster Mariabronn. Hesse spielt mit Mariabronn wahrscheinlich auf Maulbronn an, ein Kloster, an dem er selber Schüler war. Auch Hesse läuft aus diesem Kloster fort, weil er sich nicht als Theologen sieht. Der Leser wird in eine reale Welt geführt, irreale Elemente kommen nicht vor.

Narziß und Goldmund wurde in der Zeit der Weimarer Republik (1918 – 1933) geschrieben. Diese war geprägt von Krisen, Widersprüchen und politischen Kämpfen nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg. Nach der Weltwirtschaftskrise 1929 kam es zu Massenarbeitslosigkeit. Diese erleichterte es den Nationalsozialisten das demokratische System zu unterminieren. Auf dem literarischen Markt zählte vor allem der wirtschaftliche Erfolg eines Buches. Das bedeutete zwar nicht, dass sich Autoren stark beeinflussen ließen, eine gewisse Tendenz zum Schaffen von „Bestsellerliteratur“ war aber vorhanden. Der faschistischen, völkischen Literatur stand die Bürgerliche, konservative Literatur entgegen. Hesse, dessen Werke heute bereits zu Klassikern geworden sind, zählte zu diesen konservativen, linksbürgerlichen Autoren.

Narziß ist ein Denker. Seine Bestimmung liegt im Leben des Klosters, der Askese. Durch strenge Selbstbewahrung des Geistes hat er sich vollendet und sein Ziel erreicht. Er ist sich der Verbundenheit mit seinem Schüler wohl bewusst. Durch seine Ermutigungen und die Gespräche, die sie führten, veränderte Narziß Goldmund. Auf diese Art und Weise konnte Goldmund überhaupt erst beginnen zu blühen. Obwohl sein Freund von der Sehnsucht nach der Ferne so ergriffen war, konnte auch Narziß selber, durch die Erzählungen Goldmunds, schließlich ein Stück Liebe erlebbar gemacht werden.

Goldmund ist ein Künstler. Er scheint dafür bestimmt zu sein, in die Welt hinaus zu gehen. Diese erlebt und kostet er aus. Dadurch erreicht er sein Ziel. Das Vagantenleben hatte Goldmunds Seele ergriffen und verändert. Auch sein Aussehen verändert sich. Der helle, hübsche liebe Junge erkannte sich selber kaum wieder. Narziß nahm die Rolle eines Vorbildes für Narziß ein: „Glühend bewunderte Goldmund seinen schönen, überlegen klugen Lehrer.“ Niemand sonst konnte für Goldmund eine solche Bedeutung erlangen.

Dies trifft durchaus zu. Narziß und Goldmund weißt einige Merkmale der romantischen Dichtung auf: Wiederbelebung des deutschen Mittelalters, Vorherrschen von Gefühlen, Naturverbundenheit und die Entdeckung des Unbewussten. Vor allem das letzte Merkmal leitet uns zum nächsten Element, den psycho-analytischen Aspekten. Das tiefenpsychologische Modell nach Freud, Adler und Jung, mit dem Hesse befreundet war, meint, dass der Mensch wesentlich von starken, seelischen und unterbewussten Kräften angetrieben wird. Dies können Konflikte sein, die in der Kindheit entstanden sind oder durch Triebwünsche entstehen. Sie bestimmen die spätere Persönlichkeit und deren Grundzüge. In diesem Fall ist es einfacher, die Konflikte dem zuzuschreiben, was in der Kindheit passiert ist. Goldmunds Vater hatte Goldmunds Mutter aus Armut und Sünde aufgelesen und taufen lassen. Nach einiger Zeit erinnerte sie sich aber wieder an ihre Künste, verführte und sündigte. Der Mann wurde vergrämt, nachdem sie weggelaufen war, und züchtigte in Goldmund den Glauben, sein Leben Gott zu widmen, um die Sünden der Mutter reinzuwaschen. Durch den Vater wurde die glühende Gestalt der Mutter zu der einer bösen Hexe. Dem tiefenpsychologischen Model zufolge, können unbewusste Konflikte über Traumdeutung sichtbar gemacht werden. Dies ist uns deswegen möglich, weil von den Träumen des Jünglings berichtet wird. Vergessene Kindheit kam in diesen Mutterträumen vor. In diesen Träumen, und waren es auch nur Tagträume, stand nicht nur die Vergangenheit wieder auf, sondern auch seine Zukunft wurde geprägt. Von dieser Liebe zu seiner Mutter ist Goldmund getrieben.


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2 thoughts on “Narziß und Goldmund – Hermann Hesse

    1. Oh you did! Thanks for checking it out! I feel you, I also understood bits and pieces from the Spanish reviews, but it definitely is a vocabulary problem, too. That would be so cool!

      Liked by 1 person

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